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Was Filme so teuer macht

geschrieben von Alex am 20. Mai 2007 in Produktionstagebuch

Oft fragt man sich ja, wo bei dem Millionenbudget der Hollywood (und inzwischen auch der deutschen) Filme eigentlich das ganze Geld hingeht. Klar, wenn große Stars mitspielen und die „Titanic“ untergeht oder „Pearl Harbor“ bombadiert wird, kann man sich das denken. Aber warum zum Beispiel bewegt sich selbst ein kleine Komödie oft im zweistelligen Millionen-Bereich?

Nein, es liegt nicht an den Gehältern des Regisseurs, der Schauspieler oder der restlichen Crewmitgliedern. Und auch die Technik ist zwar teuer, aber so teuer nun auch nicht. Es liegt an den Versicherungen und Anwälten.

Beide sind essentiell für jede größere Filmproduktion. Versicherungen versichern die Produktionsfirma inzwischen gegen alles: Das der Star sich verletzt, dass es regnet, dass der Kameramann krank wird oder dass der Regisseur während des Drehs abspringt. Und das lassen sie sich natürlich fürstlich entlohnen, so dass sie oft einen großen Teil des Budgets ausmachen. Bei ganz kleinen Produktionen sind die Versicherungskosten manchmal sogar fast genauso hoch wie die eigentlichen Produktionskosten. Und auch an Geschichten von feigen Darstellern, die Stunts nicht selber übernehmen (wie zum Beispiel zuletzt bei Daniel Craig in „James Bond: Casino Royal“) ist eigentlich nie was dran. Sie dürfen es einfach nicht, da die Versicherung kein Risiko eingehen will. Das gilt natürlich auch andersrum für PR-Aktionen wie „Tom Cruise hat in diesem Mission Impossible Teil wirklich ALLE Stunts selber gemacht“. Solche Aussagen sind immer gelogen, da keine Produktionsfirma und keine Versicherung das Risiko eingehen würde, ihre Stars solchen Gefahren auszusetzen.

Anwälte sind genauso wichtig wie die Versicherungen. Zu aller erst überwachen und gestalten sie natürlich alle Verträge absolut wasserfest. Das geht von normalen Arbeitsverträgen bis hin zu Schweigeverträge über das Drehbuch. Und dann müssen sie die Produktion natürlich während und vor allem nach dem Dreh begleiten. Es reicht schon, wenn sich ein Tankstellenbesitzer beschwert, weil seine Tankstelle mal kurz im Bild war – schon muss der Anwalt ran. Oder irgendwo im Hintergrund ist eine Musik zu hören, von der die Produktionsfirma die Rechte nicht gesichert hat.

Und wo wir grad bei Rechten sind: Das ist natürlich die wichtigste Aufgabe der Anwälte: Die Wahrung der Rechte der Produktionsfirma. Wehe, wenn von dem Film irgendwo ungefragt Bilder oder Ausschnitte veröffentlicht werden. Oder eine illegale DVD verkauft wird. Zu ganz besonders krassen Auswüchsen führte das in der letzten Zeit, wo große Filmverleihe Privatpersonen mit kostspieligen Abmahnungen überschütteten, nur weil sie eine amerikanische DVD eines ihrer Filme im deutschen Raum verkauft haben.

Auf der einen Seite sind sowohl die Versicherungen als auch die Heerscharen von Anwälten notwendig, schließlich will sich niemand die Butter vom Brot nehmen lassen oder ein finanzielles Risiko eingehen. Aber auf der anderen Seite ist es natürlich traurig, dass Filme in der Produktion und auch im Inhalt immer mehr von solchen produktionstechnischen Faktoren bedingt werden. Die Kreativität und die Risikobereitschaft bleibt da natürlich oft auf der Strecke.

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8 Kommentare zu “Was Filme so teuer macht”

  1. Malte

    Dass man sich gegen Regen versichern kann wusste ich noch garnicht. Ein Grund mehr im Studio zu drehen ;)
    Jetzt müsste man nur noch wissen wie viel eine Versicherung schon mal an ein Filmstudie wegen so einer Versicherung (z.B. Verletzung des Hauptdarstellers) zahlen musste.
    Oder wie hoch die Versicherungen wohl das Verletzungsrisiko einzelner Schauspieler (und damit die Höhe der Prämie) entschätzen. Sprich, wen halten sie für am risikifreudigsten/paddeligsten.


  2. Alex

    Wusste ich gar nicht. was so alles gibt ;)


  3. TiH

    Was mich mal interessieren würde ist, wie euch versichert/abgesichert habt und in welchem volumen das bei euch läuft, da ihr ja nun definitiv kein millionenbudget habt^^
    schade, dass de das hier ausgespart hast!


  4. Alex

    hi tih,

    jaja, erwischt! aber ich hab das nicht absichtlich ausgespart, sondern einfach nicht dran gedacht.
    versichern lassen wir natürlich die technik und uns selber. zwar nur gegen das übliche (diebstahl etc.) und nicht gegen exoten wie „regen“ oder „keine lust zum drehen“, aber das dürfte hoffentlich reichen.
    und um die rechtewahrung kümmern wir uns im vorfeld erstmal größtenteils selbst. falls es doch probleme gibt, haben wir noch einen anwalt in der hinterhand.


  5. film

    @Malte – versichern kann man sich im Filmgeschäft gegen fast alles. Schwierig wird es bei Krieg oder bei Schäden aus Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Ansonsten ein nett geschriebener Artikel.


  6. Singles Flirten

    Upps, das wußte ich aber nicht, tja ich liebe trotzdem alles Liebesfilme
    Gruß@all


  7. Julia

    ich bin begeistert von den cooles liebesfilmen


  8. Marie D.

    Legt doch mal Fakten und Zahlen hier offen.


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