Besser spät als nie
geschrieben von Alex am 16. Jun 2007 in Produktionstagebuch
Da bin ich wieder! Trotz Drehstress, Hektik und wie immer viel zu wenig Zeit gibts heute mal wieder einen Artikel vom Regisseur höchstselbst.
Im Moment stehen wir grad in Toulouse vorm Haus von Martin Kaps‘ Kumpel und machen uns zur Weiterfahrt bereit. Es geht nach Carcason, einen wunderschönen Ort ca. 80km von hier entfernt. Dort übernachten wir und drehen auch morgen eine Menge.

Das haben wir auch gestern schon gemacht, da wir einiges an Zeit aufzuholen hatten. Wir waren etwas im Verzug und haben daher den kompletten Tag von früh um 8 bis nachts um 2 durchgearbeitet. Die Szenen spielten an einer französischen Tankstelle und auf einem Feldweg (der selbe Feldweg, der auch bei meiner Moderation im Videocast zu sehen war).
Dabei lernten wir auch die hiesige Bevölkerung etwas näher kennen. Der Tankstellenbesitzer stellte sich als außerordentlich freundlicher, hilfsbereiter und vor allen Dingen englisch sprechender Geselle heraus, der uns gern bei unserer Arbeit unterstütze. Der Bauer, der den Feldweg für sich beanspruchte, machte da schon mehr Probleme. Nachdem er uns für Umeltaktivisten hielt, die ihm sein Feld zerstören wollten, beäugte er uns nach einiger Überzeugunsarbeit immer noch mißtrauisch. Erst nach einem weiterem klärenden Gespräch und Adressenaustausch war er überzeugt (und ist bald um eine Gratis DVD vom Film reicher).
Auch sonst war das Arbeiten auf dem Feldweg nicht so ruhig wie erwartet. Im Gegenteil, dort lernten wir bis jetzt die meisten Leute kennen. Außer dem Bauer gab es da noch eine Frau, die in der Nähe wohnte und mit uns unbedingt einen Kaffee trinken wollte. Zudem bot sie uns an, mit dem Wohnmobil über Nacht auf ihrem Grundstück zu parken. Und mitten beim Nachtdreh kam auch noch ein Mann mit dem Auto vorbei. Der erzählte uns auf französisch, dass er vor 25 Jahren in der DDR vor der Stasi aus Leipzig geflüchtet war und seitdem in Frankreich wohnt. Außerdem konnte er kein Wort mehr deutsch sprechen (hatte aber einen ausgeprägten deutschen Akzent). Die Welt ist klein…


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Susi
schrieb am Samstag, 16. Juni 2007, 22:07 Uhr
Krass… wie kann man denn eine Sprache komplett verlernen??
Apropos die Welt ist klein: Ich hab hier neulich eine Dame getroffen, die in Mittweida geboren ist, aber seit 30 Jahren in Ungarn lebt. Sie kann noch deutsch sprechen, und zwar mit ausgeprägtem sächsischen Akzent.
Peggy
schrieb am Samstag, 16. Juni 2007, 22:12 Uhr
Hi Jungs, dass in Frankreich jemand Englisch spricht, soll ja eine Seltenheit sein.
Na, ihr erlebt ja ein Abenteuer nach dem anderen. Viel Spaß weiterhin und gute Fahrt.
Christin
schrieb am Sonntag, 17. Juni 2007, 18:53 Uhr
Nun wieder in Dresden angekommen, habe ich endlich wieder meinen PC, um Euch täglich regelmäßig zu verfolgen:).
Lustig, wie Du ,Alexander, beschreibst, woher überall die Menschen sich bei eher untypischen Arbeiten auf Feldwegen einfinden. Auf wachsame Augen, verbunden oft mit freundlichen Menschen, scheint man über all zu treffen.
Nun wünsche ich Euch eine produktive dritte Woche und drücke Euch weiterhin die Daumen.