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Wenn der Regisseur zum Bildhauer wird

geschrieben von Alex am 26. Apr 2007 in Produktionstagebuch

Heute geht’s mir um einen speziellen Teil der Vorproduktion, nämlich die Arbeit mit den Schauspielern. Im Gegensatz zu einem Theaterstück wird ein Film nicht immer und immer wieder durchgespielt und die Figuren von den Schauspielern und dem Regisseur langsam weiterentwickelt. Stattdessen kommen die Schauspieler meist am ersten Drehtag ans Set und es wird erwartet, dass sie sich selbstständig in ihre Rolle hineingearbeitet haben und sofort eine gute Darstellung bieten.

Die Herangehensweise ist für den Schauspieler also eine ganz andere: er arbeitet die Charakterzüge seiner Figur in weiten Teilen alleine aus, probt alleine und kommt dann erst beim Dreh in den Genuss einer Kulisse, eines Spielpartners und Regieanweisungen.

Die Ursache liegt natürlich wie immer im Zeit- und Geldmangel begründet. Bei einer Filmproduktion gibt es so viele andere Dinge, die zu tun sind, dass meist niemand für aufwendige Proben in der Vorproduktion Zeit hat. Selbst die Schauspieler sind ja vor dem Dreh meist noch für andere Produktionen verpflichtet.

Trotzdem will ich das bei unserem Film anders angehen. Das liegt zum einen daran, dass es mir viel Spaß macht, die Figuren zusammen mit den Schauspielern auszuarbeiten (man kommt sich da fast wie ein Bildhauer vor, der aus einer Idee von einer Figur die Feinheiten „herausmeißelt“). Viel wichtiger ist aber die Tatsache, dass unser Film ein Film wird, in dem es fast zu 100% auf die schauspielerische Leistung ankommt. Wenn das daneben geht wird der Film schlecht, egal wie gut die Inszenierung oder die Story ist.

Das heißt, ich werde mich mit den beiden Schauspielern von Frank und Tom im Voraus treffen und das Drehbuch mehrere Male durchspielen. Außerdem, und das ist eigentlich der wichtigste Punkt, werden wir die einzelnen Szenen und Handlungen ihrer Charaktere genau durchanalysieren. Das kann man sich wie bei unserer Drehbuchbesprechung vorstellen. Es wird genau geklärt, wer was wann und warum im Film macht und ob das logisch ist oder nicht. Wenn nicht, wird es natürlich verworfen und eine Alternative erdacht.

Man glaubt nämlich gar nicht, was für kleine Logikfehler eigentlich immer in Drehbüchern stecken. Die bemerkt man meistens erst beim Dreh. Am peinlichsten ist es, wenn der Schauspieler auf einen zukommt, fragt: „Warum soll ich jetzt diesen Satz auf diese Art sagen?“ und man ihm keine Antwort geben kann. Dann weiß man, dass der Autor bei dieser Szene Mist gemacht hat.

Da es dann meist zu spät ist, den Fehler auszubügeln macht sich eine ausführliche Vorbereitung vor dem eigentlichen Dreh bezahlt.

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