Stress und Angst
geschrieben von Alex am 12. Apr 2007 in Produktionstagebuch
Nachdem ich das Thema Drehbuch erstmal abgeschlossen habe (der ein oder andere war es sicher sowieso schon Leid), kommen wir nun zur nächsten Stufe unserer und natürlich jeder Filmproduktion: die Vorproduktion.
Was verbirgt sich hinter diesem ominösen Begriff? Zuallererst einmal Arbeit, und davon nicht zu knapp. Die Vorproduktion nimmt fast immer mehr Zeit als der eigentliche Dreh ein und besteht eigentlich hauptsächlich nur aus Stress und Angst.
Stress, weil es unheimlich viel zu tun gibt: Sponsoren müssen überzeugt und ein Team zusammengestellt werden, man muss sich einen Drehplan überlegen, Requisiten auflisten und schließlich auch besorgen, Filmtechnik heranschaffen und dazwischen gibt es immer und immer wieder Besprechungen. Ja, manchmal kommt es mir so vor, als würde ich den Hauptteil der Zeit in irgendwelchen Besprechungen sitzen. Ob nun mit dem Team oder potentiellen Geldgebern, in einem stickigen Büro oder übers Telefon (oder besser Skype) man ist immer nur am reden, reden, reden. Und das, obwohl man eigentlich drauf brennt, endlich loszudrehen, endlich die eigenen Ideen zu verwirklichen. Aber leider nimmt diese Freude nur einen sehr kleinen Teil der Arbeit ein, der Großteil besteht aus organisieren. Vielleicht wird das ja irgendwann mal besser, wenn jeder am Computer kinderleicht seinen eigenen Film produzieren kann … Obwohl, ob das nun der Weisheit letzter Schluss ist weiß ich auch nicht. Irgendwie gehört die ganze Arbeit, das ganze Drumherum ja doch zum Filme machen dazu. Und führt vor allen Dingen zu Zufällen und auf denen basieren nunmal die besten Filmmomente.
Angst, weil man eine gewisse Unsicherheit nie verliert: Ist die Idee wirklich gut? Klappt der Dreh wirklich in 30 Tagen? Kriegen wir das Geld zusammen? Was wenn einer krank wird? – und, natürlich die größte Angst: Was, wenn der Film Mist wird? Das sind alles Dinge, die man in gewisser Weise beeinflussen und in eine Richtung lenken kann, aber ganz kontrollieren wird man sie. Da bin ich eigentlich ziemlich froh, dass wir keinen Multimillionen Dollar Film drehen – Denn dann entscheidet Erfolg oder Misserfolg nicht nur über den Film, sondern über viele Arbeitsplätze, ganze Produktionsfirmen und schlussendlich natürlich auch die eigene Karriere.


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bullion
schrieb am Donnerstag, 12. April 2007, 11:08 Uhr
Ich kann das voll und ganz nachvollziehen. Habe – nach ca. 2 Monaten Vorproduktion – ab kommenden Sonntag zwei Drehtage. Steckt unglaublich viel Zeit, Energie und Geld drin. Da denkt man lieber nicht dran, dass etwas schief laufen könnte (wenn das nur so einfach wäre).
Ich wünsche euch viel Erfolg und – was immer unterschätzt wird – Glück für euer Projekt. Die Film 2.0-Idee ist auf jeden Fall brilliant und wird euch zumindest schon einmal kostenlose, positive Mund-zu-Mund-Propaganda bringen.
Macht weiter so!
Alex
schrieb am Donnerstag, 12. April 2007, 13:23 Uhr
he, danke für die aufmunternden worte! eine portion glück gehört wirklich immer dazu und natürlich ein team, was an einem strang zieht.
du drehst wohl einen kurzfilm?
Tino
schrieb am Donnerstag, 12. April 2007, 13:38 Uhr
Danke dir! Lass aufjedenfall mal was von deinem Dreh hören, wie es gelaufen ist. Ist dies das Projekt, über das du auf deinem Blog in der Rubrik „Diplomarbeit“ schreibst?
bullion
schrieb am Donnerstag, 12. April 2007, 13:57 Uhr
Genau, das ist das Kurzfilm-Projekt. Hat sich seit Beginn um 100% gewandelt und ich mache drei Kreuze, wenn der Dreh erfolgreich vorbei ist. Dann noch ca. ein Monat Postproduktion und ich werde das Werk auch einmal zeigen können.
Bis dahin seid ihr bestimmt auch schon ein gutes Stück weiter!
Tino
schrieb am Donnerstag, 12. April 2007, 14:44 Uhr
Machst du aber als Diplomthema nebenbei noch eine wissenschaftliche Ausbarbeitung oder gibst du direkt den Kurzfilm ab?
Danke übrigens für den Linktausch
Musste bei dem Film „300″ die ganze Zeit an deine Worte denken im Kino:
bullion
schrieb am Donnerstag, 12. April 2007, 14:54 Uhr
Mache noch eine Ausarbeitung, die sich generell mit Matchmoving beschäftigt (knapp 100 Seiten sind es schon). Am Beispiel des Kurzfilms setze ich die Techniken dann um. War mir wichtig einen Praxisschwerpunkt zu haben, mit dem ich mein Können dann auch zeigen kann (u.a. für spätere Bewerbungen).
Danke übrigens auch für die Rückverlinkung!
Christina
schrieb am Freitag, 13. April 2007, 15:46 Uhr
Guter Projekttagebuch-Eintrag vom 12.04.07.
Als Laie kann man nicht wissen, was alles hinter einen Film, welchen man sich angelehnt im Kino-Sessel anschaut, steht.
Ich drücke Euch die Daumen, dass es optimal läuft und ihr auch ne´ Menge Freude bei der Arbeit habt.