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On the road im Internet

geschrieben von Tino am 26. Mai 2007 in Produktionstagebuch

Für unseren Zugang zum Internet unterwegs gibt es eine wahre und eine wahre unwahre Geschichte. Letztere gefällt mir persönlich viel besser, deswegen möchte ich euch diese auch zu erst erzählen.

Die wahre unwahre Geschichte über unseren Internetzugang:

Wir sehen uns als Community-Projekt, welches durch eigene und benutzer-generierte Inhalte zusammen einen Film realisieren. Filmtrip ist sozusagen eine Mitmach-Spielfilmproduktion oder um es mit einem Buzz-Wort zu sagen, ein total hippes Film2.0 Projekt.

FON – WIFI CommunityEs lag für uns also auf der Hand, für den Internetzugang, die Wifi-Community FON zu nutzen. Bei FON teilt jeder seinen eigenen Internetzugang per WLAN mit anderen Usern der Community. Warum sollte man für Internet unterwegs bezahlen, wenn man dafür schon zu hause löhnt, aber dort dieses gerade nicht nutzt. Je mehr Leute mitmachen, desto flächenabdeckender ist das Netz und irgendwann haben wir ein globales kostenloses Internet – geschaffen durch eine Community.

Ok, die wahre Geschichte ist es etwas uncooler:

Wir wollten gerne mit einer UMTS-Verbindung permanent online sein. Doch die großen Telekommunikationsanbieter fanden uns wahrscheinlich zu unprofessionell und haben alle unsere Anfragen für eine Unterstützung abgelehnt. Den Schuh müssen wir uns anziehen – wir sind nun mal noch Studenten, die hier ihren großen Traum verwirklichen wollen und haben noch keine zehn Spielfilme gedreht vorher.

Also haben wir als nächstes bei den neuartigen Internet-Videodiensten, wie Joost, Kyte.tv und Ustream angefragt. Gerade bei den letzten beiden geht es genau darum, eine eigene Show live von unterwegs zu produzieren. Ich halte mich ja zurück mit meiner Behauptung, dass wir mit Sicherheit den nächsten Monat hier die spannendste Spielfilmproduktion erleben werden, aber ist nicht unser Projekt genau das, was diese beiden Portale benötigen? Wenn die Ersten anfangen Konzerte live zu senden, wird man auf rechtliche Probleme stoßen oder es wird noch schrottlastiger als YouTube, weil dort Leute ihre Webcams laufen lassen und der Sozialpornografie fröhnen. Hier könnte man bei einer Spielfilmproduktion live hinter den Kulissen sein.

Ich beiße schon das erste Mal wütend in die Tastatur, wenn Firmen keine Telefonnummern für einen persönlichen Kontakt bereit halten. Was mich aber auf die Palme bringt, ist es, wenn genau diese Firmen als Ersatz auf ihren Internetseiten einen Service- bzw. Kontaktbereich besitzen, der für jede Art der Anfrage verschiedene eMail-Adressen hat und man über Wochen hinweg es nicht schafft, auf eine Partnerschaftsanfrage zu antworten. Da kann Joost und Kyte noch so ein cooles Internetprojekt sein, wenn man aber nicht mit der klassischen Internetkommunikation umgehen kann, ist das nicht nur peinlich, sondern auch absolut unprofessionell.

Als ich FON entdeckt habe, ging eine eMail an die für derartige Anfragen bereit gehaltene eMail Adresse und innerhalb des gleichen Tages hatte ich eine persönliche Antwort vom Leiter der FON Geschäfte in Europa. Die „FON-Jungs“ finden unser Projekt cool und haben uns zur Unterstützung schon am nächsten Tag die benötigte Technik kostenfrei zugeschickt. Mit so einem Service kann man mich noch richtig begeistern. Zumal die Idee, durch eine Community ein weltweites kostenloses Internetnetzwerk zu schaffen, wirklich genial ist.

So sieht das Paket aus und was noch viel spannender ist, der Inhalt:
Das FON Paket FON Inhalt

Für die Nutzer von FON gibt es drei Bezeichnungen. Wenn du deinen Internetanschluss zu hause teilst und weltweit nutzt, bist du ein Linus. Für nur 3€ am Tag, kannst du auch das WLAN der Community ausschließlich nutzen, ohne selbst WLAN bereit zu halten. Dann bist du ein Alien. Und wenn du mit deinem Hotspot Geld verdienen willst, kannst du 50% der erwähnten 3€ in die eigene Kasse stecken, indem du selbst das WLAN nicht nutzt, sondern nur anbietest. Die Leute heißen dann Bill.

Ganz uneigennützig: Wenn ihr also auf der Strecke zwischen Halle und Karlsruhe wohnt, oder eben in Frankreich und Spanien, dann holt euch mal bitte dieses FON. Die Anmeldung ist kostenlos, lediglich den WLAN-Router muss man bezahlen. Wer von mir angeworben werden möchte bezahlt aber nur 20€ und spart noch mal 14€. Und ich mein 20€ einmalig für (bald) Überall-Internet kostenlos klingt nach nem guten Deal. Und wir können unterwegs öfters ins Netz :)

Die FON-Spots haben wir uns ins Navi geladen und können schon bald darüber berichten, ob die Theorie in der Praxis funktioniert.

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7 Kommentare zu “On the road im Internet”

  1. Claudi (die andre welche)

    Och is das mal cool. was es so alles gibt… aber… hm… ich versteh ni ganz wie die das kostenlos machen können… ich mein die großen anbieter wie die Telekom (nicht gut!) und Arcor (auch nicht besser!neinneinnein) die haben doch auch WLan bla und da muss man doch 40 eus flatrate im Monat löhnen… und die Netze sind meist auch noch verschlüsselt… also wie rechnet sich das den mit FON?

    Das Konzept is vernünftig und prima… aber kommen dann auf mich zu Hause nicht noch anschlussgebühren und Grundgebühren der Telekom zu?

    Erklär mal, würde mich echt interessieren, hab ich noch ni geblickt.

    Ja dann dazu das die anderen Anbieter nicht geantwortet haben:
    Ist ja nicht das erste Mal das es solche nicht interessiert, was der Kunde wünscht.. aber lass mal das hat man auch bei großen Kosmetikunternehmen oder Textilanbietern…. einfach Frage, die man sich allerdings nicht selber beantworten kann, aber eine Antwort kommt nie… da kann man noch so oft ein Kontaktformular ausfüllen :-(

    Nicht ärgern, wir wissen ja alle ihr seid die besten, und wer euch antwortet hat auch nen Glücksgriff getan, denn er hat das erkannt :-)

    edit: ach ja und die FONs… da steht movimiento FON… movimiento heißt Bewegung… das is doch schonmal ein guter Begleiter bis nach Spanien :-)


  2. TiH

    Tja Tino aber das ist ja scheinbar echt nen Problem vieler junger startups, 2.0-explosions unternehmen…von null auf hundert alles aufbauen funktioniert da eben nur wenn man gewisse dinge vernachlässigt.
    Das aber gerade die Web 2.0-unternehmen, die auf interaktivität und kommunikation schlecht hin ausgerichtet sind und quasi von ihr leben ihre eigene kommunikation nach außen hin gleich derart vernachlässigen hät ich nicht gedacht.
    Aber dass ist vielleicht das problem, wenn man interaktiv kommuniziert und nur auf content der user setzt, dass man sich nach der aufbauphase da erst mal zurück lehnt und so…

    Naja trotzdem schön für euch, dass ihr da ne lösung gefunden habt;-)


  3. bullion

    Selbst große Prä-Web1.0-Unternehmen sind nicht gerade aufgeschlossen, wenn es um die Untertsützung von Studentenprojekten geht.

    Das mit Fon hört sich aber schonmal klasse an! :)


  4. Tino

    @claudi: FON hat keine Ausgaben, wenn du das WLAN eines anderen privaten Nutzers verwendest. Du kannst z.B. Jetzt vor meinem Fenster sitzen und meinen DSL Zugang mitbenutzen, den ich eh bezahle. Flatrate sei Dank, juckt mich das nicht.

    @TiH, ach klar, als Startup hat man immer zu wenig Personal. Aber kyte und joost haben gute Finanzspritzen erhalten (Kleiner Insiderhinweis: Der Gründer von Joost hat selbst in Kyte investiert). Nein letztendlich ärgert es mich nur, weil eben unser Projekt perfekt ist, für genau diese Art einer Online-Videoplattform und dort interessiert es einfach keinen. Weißte, mnd. ein, „Nö, kein Interesse“ finde ich, sollte man erwarten dürfen. Das ist in 3 Sekunden geschrieben und abgesendet.

    @bullion: ja, verständlich. Welche Sicherheiten hat man denn mit solchen Projekten? Ist halt immer die Frage, wie das Image der Firma positioniert sein soll. Will man nah an seinen Kunden dran sein, oder nur vom Büro aus große Plakatkampagnen auf die Konsumenten los lassen. Ist eine Einstellungssache – weil um ein wirklich relevantes Kapital geht es beispielsweise für Vodafone nicht, wenn sie uns eine Internetverbindung zur Verfügung stellen.

    Aber noch mal, ich habe Verständnis für eine Absage, bin nur allergisch, wenn man solchen „kleinen Fischen“ wie uns einfach nicht antwortet. Unternehemenskommunikation (und damit auch Marketing) wird mit allen Kanälen betrieben.


  5. Daniel

    Hallo Tino,

    Ich verstehe deinen Frust, bezueglich fehlender Rueckmeldung von unserer Seite. Wie du weisst haben wir vor ein paar Wochen den kyte Flug gestartet und es geht ziemlich hektisch zu und her. Trotzdem sorry dass du nichts von uns gehoert hast.

    Euer Projekt toent auf jeden Fall spannend und passt natuerlich sehr gut zu kyte. Es wurden schon mehrere Reisen damit dokumentiert, wie zum Beispiel hier ne Afrikareise:
    Walter und Andrea im Reich der wilden Tiere

    Darfst jederzeit einen kyte Kanal starten und auf eurer Webseite integrieren. Genau dafuer ist kyte gemacht.

    Nichts fuer ungut, schick mir doch ein kurzes email an daniel.graf at decentral.tv, dann koennen wir darueber reden.

    Gruss aus San Francisco,
    Daniel

    PS: Unser Investment haelt sich in bescheidenem Rahmen wenn man die notwendigen Aufwaende anschaut.


  6. Tino

    Hallo Daniel,

    dass du mir als Gründer und CEO von Kyte hier persönlich antwortest, übersteigt nun wieder meine Erwartungen und Ansprüche um ein Vielfaches. Cool! Danke! Alles weitere per Mail.

    Grüße aus Mittweida < - ;)
    Tino


  7. Claudi (die andre welche)

    Woah kleiner Artikel, große wirkung und dann gleich so nett mit entschuldigung und allem :-) find ich gut! aber so gehts eben manchmal, gibt eben doch ni nur böse Menschen ;-)


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