Wie man einen Kurzfilm macht
geschrieben von Alex am 15. Aug 2007 in Produktionstagebuch
Heute will ich mal wieder ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern und ein paar Tips für Kurzfilmer geben. Besonders der Einstieg in dieses Hobby ist ja oft schwer und von einigen Enttäuschungen begleitet (meist in Form schlechter Kurzfilme).
Zu Beginn brauch man natürlich ein Team aus möglichst erfahrenen und fähigen Leuten. Wenn die Teammitglieder beide Eigenschaften nicht mitbringen, sollten sie wenigstens motiviert sein (denn das ist am Ende das wichtigste). Man sollte aber drauf achten, die Crew wirklich auf das Nötigste zu beschränken. Brauch man wirklich eine Regieassitenz, zwei Kameraassistenten, zwei Aufnahmeleiter und drei Leute für das Licht? Bei den meisten Kurzfilmen nicht. Umso mehr Teammitglieder hat, umso aufwendiger, teurer und komplizierter wird der Dreh. Meine Erfahrungen ist, so weniger Leute mitmachen, umso besser. Dann weiß jeder genau, was zu tun ist und keiner sitzt gelangweilt in der Ecke rum.
Genauso wichtig wie das Team ist eine gute organisatorische Vorbereitung, wie eine Dispo (dem Zeitplan), der Drehortbesichtigung, einer für alle zugänglichen Stabliste etc. Wenn die Vorbereitung gut erledigt wurde, kann fast nichts mehr schiefgehen. Leider vergessen viele diesen Fakt und drehen einfach drauf los. Die traurigen Ergebnisse kann man sich bei youtube und co. anschauen.
Der allerallerwichtigste Grundstein für den guten Kurzfilm ist natürlich ein gutes Drehbuch. Das sollte nicht nur schnell in der Essenspause geschrieben worden sein, sondern wirklich mehrere Male überarbeitet werden. Gebt es Freunden, Verwandten und Bekannten und lasst sie ihre Meinung dazu sagen. Und versucht bitte bitte bitte nicht die 100e Kopie eines erfolgreichen Hollywood Films zu drehen. Die ganzen Pseudo Horror- und Actionfilme, die im Internet und auf Festivals kursieren, will kein Mensch mehr sehen. Ihr habt weder das Geld noch die Erfahrung, um mit Action- oder Splatterszenen zu glänzen. Also lasst sie lieber gleich sein und verfilmt lieber eine wirklich gute (eigene, neuartige) Geschichte.
Der nächste Punkt sind die Schauspieler: Gebt euch nicht mit Laiendarstellern von nebenan zufrieden! Ihr wollt den besten Kurzfilm machen, den die Welt je gesehen hat, also holt euch auch die besten Schauspieler dafür! Im Internet gibts unendlich viele Schauspielersuchbörsen (ungeschlagen: www.crew-united.de), in denen ihr nur ein Inserat eintragen müsst. Und glaubt mir, selbst wenn ihr kein Geld bietet und euren Film am Arsch der Welt dreht: Die Schauspieler werden euch die Bude einrennen!
Dann folgt der eigentliche Dreh. Wenn ihr alle Punkte vorher berücksichtigt habt, dürfte er kein allzugroßes Problem darstellen. Wie immer gilt: Bei Problemen nicht den Kopf verlieren sondern improvisieren. Ein gutes Drehbuch mit guten Schauspielern kann (fast) nichts kaputt machen. Also auch wenn das mit dem Kamerakran nicht geklappt hat und ihr statt auf 16mm doch nur auf Mini-DV dreht: Keine Sorge, die erfolgreichsten Filme wurden schon unter schlechteren Bedingungen gemacht (Beispiel: „Blairwitch Projekt“ auf 8mm und Mini-DV, „Die fetten Jahre sind vorbei“ auf DVC-Pro50, „Das Fest“ auf Mini-DV,…).
Nach dem Dreh folgt die Nachproduktion: Gebt euch beim Schnitt nicht mit dem Windowsmoviemaker zufrieden! Gute Schnittprogramme sind so schwer nicht zu bedienen und lassen bedeutend bessere Ergebnisse zu. Falls ihr das nötige Kleingeld für Premiere Pro, Avid und co. nicht habt: improvisiert! Man kann beim Schnitt aus dem größten gefilmten Mist noch eine Menge rausholen. Also lasst euch dafür Zeit und probiert viel aus.
Auch der Ton und die Musik sind wichtig. Ersteres wird schon beim Dreh oft vernachlässigt, ist aber essentiell für den Zuschauer. Wenn der Ton Mist ist, geht die Illusion, die jeder Film versucht aufzubauen, schnell verloren. Musik sollte allerdings mit Bedacht eingesetzt werden. Es gibt da draussen x Kurzfilme, die versuchen, mit der zigsten Verwendung der „American Beauty“ oder der „Matrix“ Musik zu punkten. Gähn! Am besten ist es, ihr holt euch einen Musiker und macht euren eigenen Soundtrack. Dann ist auch das (leider sehr schwerwiegende) GEMA-Problem gelöst. Falls ihr das aber nicht könnt oder die GEMA euer Freund ist, wählt Filmmusik, die nicht schon jeden aus den Ohren quillt. Und wählt sie passend zur Szene. Eine traurige Szene wird meist nicht noch trauriger, wenn man epochale, schwülstige Orchestermusik drunterlegt. Oft ist da weniger mehr und manchmal verstärkt man die Wirkung sogar, indem man gar keine Musik einbindet.
Wenn euer Film dann fertig ist: Reicht ihn überall ein! Auf jedes Kurzfilmfestival, was ihr finden könnt und hofft auf Ruhm und Ehre. Und schreibt während ihr das macht schon am Drehbuch für euren nächsten Film…


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Tino
schrieb am Mittwoch, 15. August 2007, 17:54 Uhr
Eine Übersicht der Filmfestivals findet ihr übrigens unter http://www.jungefilmszene.de … für den internationalen Durchbruch meldet euch zusätzlich unter http://www.shortfilmdepot.com an. Es gibt noch unzählig weitere solcher Seiten, aber mit diesen beiden Seiten als Ausgangsbasis erreicht ihr alle weiteren.
Matti
schrieb am Donnerstag, 16. August 2007, 13:14 Uhr
Gute Info’s
Danke dafür!
Habt Ihr eigentlich auch in Spanien eine Locationbesichtigung gemacht eh Ihr zum Dreh dann hingefahren seit?
Gruß
Matti
Fabian
schrieb am Donnerstag, 16. August 2007, 13:47 Uhr
@ Matti ja die haben wir geamcht, aber zu dem Zeitpunkt stand das Drehbuch noch nicht hunderprozentig fest. Wir kannten die Gegend in Spain besser als die in Frz aber, letztendlich haben wir trotzdem viel gesucht. Aus der Erfahrung heraus können wir nur sagen, dass es sehr wichtig ist eine gute Drehortbesichtigung zu machen. Ich werde dazu nochmal einen Beitrag machen.
Christian Abel
schrieb am Donnerstag, 16. August 2007, 17:34 Uhr
@matti, schau doch einfach die team auf achse folgen
http://www.filmtrip.de/category/mediashow/drehortbesichtigung
Matti
schrieb am Donnerstag, 16. August 2007, 18:58 Uhr
Nice
mel
schrieb am Dienstag, 2. Dezember 2008, 13:53 Uhr
Einen Kurzfilm kann man auch mit dem allerniedrigsten Budgetaufwand realisieren. Ich hab von ein paar Typen gehört, die gerade an einer Parodie arbeiten sollen – auf low-budget-Ebene. Aber darüber gibt es erst Gerüchte – und einen Titel: „Ich weiß, was du dieses Weihnachten tun wirst“. Hört sich auf alle Fälle vielversprechend an, was meint ihr?
Weiß jemand genaueres, was es damit auf sich hat?
Wie findet ihr die stilistische Umsetzung? Ich empfand es als ganz passend (low-Budget!)
Kleopatra
schrieb am Mittwoch, 28. Oktober 2009, 20:21 Uhr
Vielen Dank für die Tips. Sitze gerade an meinem ersten Drehbuch.
Werde aufjedenfall eure Tipps beachten vor allem die Drehortbesichtigung.
Cesarien
schrieb am Mittwoch, 14. Juli 2010, 11:59 Uhr
Mein erster Kurzfilm war der mist, als die hälfte vom Film fertig war (aber mit schlechten aufnahmen) wollten die meisten nichtmehr. Sie haben gedacht ein kurzfilm ist mal eben in einer stunde fertig. Jetzt sitze ich an meinem zweiten Film, hab ein besseres Drehbuch und eine motiviertere (naja
) crew. es wird ein 10min film mit viel blut und vielen zombies^^. ich hoffe diesmal wirds ein besserer film.
danke
Die Tips werd ich sicher bedenken
Kaya
schrieb am Donnerstag, 10. Februar 2011, 19:58 Uhr
Hallo,
möchte meinen ersten Kurzfilm drehn und brauche erst ma die ausrüstung… hab allerdings wenig geld zur verfügung! wo bekomme ich denn am günstigsten eine 16mm kamera oder mini-dv kamera????
Ich bedanke mich im Vorraus für eure Hilfe
Gruß
Kaya
Lizzy
schrieb am Mittwoch, 12. Oktober 2011, 14:03 Uhr
Das was auf dieser Page steht ist mehr als alle Wikipedias zusammen haben!
Kann mir jemand noch mal ganz genau sagen was ich in einem Kinofilmproductions Referat schrieben sollte???
Falls ihr Tipps habt dann schreib bitte schnell!!!
Lizzy
schrieb am Mittwoch, 12. Oktober 2011, 14:05 Uhr
Das was auf dieser Page steht ist mehr als alle Wikipedias zusammen haben!
Kann mir jemand noch mal ganz genau sagen was ich in einem Kinofilmproductions Referat schrieben sollte???
Falls ihr Tipps habt dann schreib bitte schnell!!!
Hoffentlich seid ihr alle nett auf dieser Web-page!!!
Lizzy
schrieb am Mittwoch, 12. Oktober 2011, 14:05 Uhr
LEUTE,LEUTE
Chris
schrieb am Sonntag, 22. Januar 2012, 16:57 Uhr
Echt super Informationen werde sie mir echt zu herzen nehmen hatte ja auch schon oft vor so einen Kurzfilm zu drehen allerdings habe ich alle oben genannten Fehler eingebaut
aber jetzt klappt es bestimmt besser
Schöne Grüße
Mr.T-Mate
schrieb am Montag, 16. April 2012, 08:11 Uhr
Moin Moin ,
die Informationen die hier aufgeführt wurden sind ein wirklich wichtiger Leitfaden zum Filme machen. Selber drehe ich mit einer Canon XL1E . Das zum Thema MINI DV. Der Film „28 Day later“ wurde mit solch einer Kamera gedreht und ich finde die Qualität sehr gut. Das was ich eigendlich hier schreiben wollte ist:
Wichtig bei der Wahl der Hardware
eine Kamera mit einem 3CCD Chip sollte es schon sein
sie sollte einen USB oder Firewire anschluss haben.
Damit das Matereal gleich auf den PC geschoben werden kann.
Ohne verluste durch AV/Adapter.
Wichtig viel viel Licht.Je nach Szene natürlich. Schlagschatten vermeiden.
wenn es geht sollten keine Effekte beim drehen eingebaut werden. Hat den Vorteil das man eine Szene nachträglich mit mehreren Effekten belegen kann. Um zu sehen welcher am besten wirkt.
Soll erst mal genug sein für Heute.
LG Martin
Rebecca
schrieb am Dienstag, 28. August 2012, 13:47 Uhr
Hey Leute,
ein paar freunde und ich wollen unseren ersten kurzfilm drehen und benötigen noch ein paar tips alle informationen die wichtig sind…..
Währe super wenn ihr ein paar tips für uns hättet
LG Rebecca
barbara
schrieb am Dienstag, 14. Mai 2013, 09:55 Uhr
Ja also ich finds schon voll krass was hier abgeht ich bin selber regisseurin und produzentin bin natürlich auch cool und muss ja auch alles sein weil ist ja voll normal undso aber was ich noch sagen will jetzt hört mal zu das ist wichtig was man am drehfilm noch gebrauchen könnte ist es sehr wichtig wenn man kaugummi dabei hat weil das hilft einfach kann man sich besser konzentrieren,übrigens ich bin eine gute regisseurin und produzentin kann aber auch gut schauspielern also wenn ihr eine braucht bin ich gerne zuständig weil ich find meinen job voll easy und mach es auch gerne eine gute kamera habe ich auch ich spiele in dem film “wenn ich ein Einhörnchen wäre“ schaut es euch mal an ich spiele da die heidy lebe in einem haus das aus nüssen besteht aber das ist ja das ende am anfang bin ich ja ein normaler mensch und dann geschiet was ganz komisches,werd ich aber nicht sagen ziehts euch einfach rein!tschöss
jonmati
schrieb am Dienstag, 5. November 2013, 10:59 Uhr
hallo zusammen, will ein Kurzfilm drehen, gibts hier frisierte ehrgeizige Leute die bei mir mitmachen wollen?Die Story ist gut, brauche nur noch das Team
Falls ja bitte hier melden swisscontroll@hotmail.ch
gruss jon