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Die Kunst des Dialogkürzens

geschrieben von Alex am 22. Jan 2008 in Produktionstagebuch

Obwohl wir uns mit „Mitfahrgelegenheit“ zeitlich schon hinter der Postproduktion befinden (also quasi in der Post-Postproduktion) und uns um Vertrieb, Vermarktung etc. kümmern, will ich nochmal den Anfängen währen und ein paar Worte zum Thema Drehbuchschreiben verlieren.

Der Anlass ist dafür die neue Schnittfassung von „Mitfahrgelegenheit“, die gestern auf meinem Schreibtisch gelandet ist und in die die neusten Änderungen eingearbeitet wurden. Der Film ist nun ungefähr zwei Minuten kürzer geworden und wir haben einiges an Dialog gekürzt, um die Handlung zu beschleunigen.

Und es ist immer wieder erstaunlich, wie viel man kürzen kann, ohne dass es ins Gewicht fällt! Beim Drehbuchschreiben sieht man sich immer wieder dem Zwang ausgesetzt, alles dem Zuschauer erklären zu müssen. Warum fahren Tom und Frank nicht Autobahn? Warum hat Frank kein eigenes Auto? Wieso kommen sie grade in diesem einen Moment auf ein bestimmtes Thema zu sprechen?

Alles wird in einleitenden und begründenden Sätzen erklärt und gerechtfertigt und wie immer sind diese Sätze die ersten, die im Schnitt wieder rausfliegen. Weil: Es interessiert den Zuschauer einfach nicht! Es gibt eine gewisse Grenze, bis zu der man dem Publikum alles vorsetzen kann, ohne dass es nach einem wie und warum fragt. Und diese Grenze ist höher als man denkt.

Hat sich zum Beispiel mal jemand gefragt, warum sich Personen in Filmen auch in Diskos immer in Zimmerlautstärke unterhalten können? Warum es in Science Fiction Filmen im Weltraum Geräusche gibt? Wieso Forrest Gump stundenlang an einer Bushaltestelle sitzt ohne sein Ziel zu kennen, anstatt einfach das Taxi zu nehmen? Nein, man nimmt diese Tatsachen einfach so hin, weil der Film ohne sie entweder schlechter oder nicht möglich wäre.

Die hohe Kunst ist nun, schon beim Drehbuchschreiben und beim Dreh zu erkennen, was sollte man erklären und was interessiert den Zuschauer sowieso nicht. Das zu lernen ist mit einer der wichtigsten Punkte beim Film, da das oft den Unterschied zwischen einen langweiligen und einen unterhaltsamen Film ausmacht. Ich glaube, mit „Mitfahrgelegenheit“ ist uns das zum größten Teil gelungen und für den kleinen Teil kann man dann schließlich noch die Schere ansetzen…

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5 Kommentare zu “Die Kunst des Dialogkürzens”

  1. BeNa

    schön macht ihr das mit den appetizern ;-)

    Und die Spannung bleibt auf einem stets hohen niveau.


  2. Daniel

    Gut erkannt, das mit dem Dialog kürzen… Wenn ich mir nur die Beispielszene anschaue wird mir schon langweilig.

    Da muss gekürzt werden dass sich die Balken biegen. Wen interessiert überhaupt das Shirt, es geht doch nur darum zu zeigen, dass er was nettes getan hat und sie sich mögen… dafür sone Faxen zu machen, völlig übertrieben…und richtig-langweilig


  3. Alex

    lieber daniel, wir lassen natürlich jedem seine meinung und können niemanden zwingen, unseren film anzuschauen.

    also wenn dich die thematik nicht interessiert oder die beispielszenen abschrecken, ist das doch kein problem. sieh dir „mitfahrgelegenheit“ einfach nicht an wenn er rauskommt.


  4. Peter

    Hey, also ich finde die beispiel szene niedlich und irgendwie symphatisch gespielt. schon durch den trailer ist ja zu erkennen das das so nen kumpelfilm ist. und offensichtlich verstehen sich beide charaktere langsam richtig gut in dieser stelle im film. gerade das ende der szene wo , glaube er heisst, tom den frank „necken“ tut und dann frank es auch macht, herrlich… bin gespannt auf den film


  5. Willem Hagen

    voll süß die beispielscene…


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